P.S.P.R.: Ein unverhoffter Freund

Palmen, Sand und Püppi Rabatzig: 6. Kapitel


Irgendetwas ließ das Boot wackeln und weckte mich auf. Nein, Segeln war überhaupt nichts für mich. Einsam auf dem Wasser – ich konnte nicht verstehen, wie das jemandem Spaß machen konnte.

Ich segelte zum Strand und ließ das Boot hinter mir. Ich brauche Simse um mich herum, nicht Wasser.

In den Blauen Fisch traute ich mich nicht mehr (abgesehen von seinen Sanitäreinrichtungen) seit dem Desaster mit der Arbeit an der Bar. Aber da drüben war ein Café. Vielleicht waren da andere Simse?!

Tatsächlich, die beiden kannte ich schon mal, zumindest vom Sehen. Einen grünen Sim mit Sonnencreme auf der Nase vergisst man nicht so leicht und die bezopfte Simsine war die Freundin des niedlichen Essensverkäufers – jedenfalls vermutete ich das.

Drinnen war noch viel mehr los. Natürlich war auch der Sim mit der Rastafrisur da. Irgendwie war er überall da, wo ich auch hinging.

Ich drängelte mich dezent vor. Ein Schokobrötchen, bitte.

So gefiel mir das. Viel besser als alle Segelboote der Welt.

Ich holte mir noch ein Schokobrötchen und setzte mich, weil drinnen alles voll war, nach draußen. Ich blieb nicht lange alleine.

Er hieß Rasta. Hoffentlich hatte er mein breites Grinsen nicht bemerkt; hatte er den Namen wohl wegen seiner Haare oder eher umgekehrt?

Wo er schon mal da war, jetzt auch einen Namen hatte und außerdem viel zu alt für mich war, taute ich ein bisschen auf. Ich erzählte ihm meinen Kummer.

Ich brauchte Simse um mich herum und mächtig Rabatz. Nicht umsonst hieß ich Rabatzig, also hinten. Vorne hieß ich Püppi, aber das war jetzt nicht so wichtig. Ich brauchte Leben!

Verstand er mein Problem?

Klar verstand er; er hatte schließlich Lebenserfahrung. Vertraute ich ihm?

Er hatte eine Idee, sozusagen eine Überraschung für mich. Das hörte sich spannend an.

Ich sollte nach Hause gehen und mir was Flottes anziehen. Er würde mich dann abholen kommen. Brav trat ich den Heimweg an.

Zuerst versuchte ich es mit meinen Sommerklamotten, aber so wirklich flott war das nicht. Ob der übernommene Schrank auch noch was anderes hergab?

Das gefiel mir schon besser.

Eindeutig flott, aber hochhackige Schuhe im Sand? Und eine enge Hose war auch nicht gerade hitzetauglich.

Das war’s. Locker, flott und fröhlich. So gefiel ich mir.

Da ich nicht wusste, was auf mich zukam, aß ich noch schnell eine Kokosnuss. Sie war auch jetzt kein Genuss.

Ich hatte sie gerade runter geschluckt, da kam auch schon Rasta. Das mit dem flott machen galt wohl nur für mich.

Eins musste ich noch unbedingt klar stellen.

Einen Freund konnte ich gut gebrauchen, also einen freundschaftlichen Freund. Aber mehr kam nicht in Frage. Capito?

Natürlich. Ich brauchte mir keine Gedanken machen.

Gut, dass wir das geklärt hatten. Dann konnten wir ja los.


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