P.S.P.R.: Von wegen!

Palmen, Sand und Püppi Rabatzig: 1. Kapitel


Stattdessen stand ich käseblass morgens um halb sechs auf einem unwirtlichen Platz. Von wegen blaue Welten – das Meer war nicht zu sehen. Und paradiesisch fühlte ich mich auch nicht gerade; ich hatte Hunger bis unter die Arme und war müde.

Ich schaute auf mein Handy, auf dem ich den Plan gespeichert hatte, wo ich mein Haus finden würde.

Groß war es nicht, aber stilvoll, hatte in der Anzeige gestanden. Da unten das weiße musste es sein.

Ich rannte los. Die Nachbarschaft gefiel mir nicht wirklich; was war das bloß für ein seltsamer Unterstand, an dem ich vorbei lief.

Ich ignorierte ihn erst mal; im Moment interessierte mich nur, ob der Kühlschrank in meinem Haus wohl gefüllt sein würde.

Ich sah mich schon auf der Terrasse sitzen und ein opulentes Frühstück genießen.

Etwas riss mich aus meinen Gedanken: Ich konnte die Treppe nicht benutzen; es war, als ob eine Glaswand zwischen mir und dem Haus war. Gute Güte, war das etwa gar nicht mein Haus?

Ich guckte nochmal auf mein Handy. In der Beschreibung meines Hauses stand auch ‘Luftige Villa’.

Mir kam ein fürchterlicher Gedanke. Nein, bitte nicht!

Ich ging in Richtung des seltsamen Unterstandes. Luftig war es hier, keine Frage.

Ich lief zum Briefkasten.

Es war nicht zu fassen: Hier stand mein Name.

Herzlichen Glückwunsch Püppi, sagte ich zu mir selbst, du hast ein Haus ohne Wände gekauft.

Zumindest das mit dem ‘Gesellig’ in der Beschreibung stimmte; es gab eine Bar. Ich brauchte dringend eine Crème Cola.

Ich saß um sechs Uhr morgens an einer ramponierten Bar in einem Haus ohne Wände und trank Crème Cola. Konnte ich noch tiefer sinken?

Wenigstens gab es ein Bett und einen reichhalten Vorrat an Kleidungsstücken, die der Vorbesitzer mir hinterlassen hatte. Ein paar alte Boots standen auch noch am Kopfende.

Ich hatte eine Badewanne, aber kein Wasser.

Ich hatte sogar einen Föhn, aber keinen Strom.

Ich hatte keinen Kühlschrank, keinen Herd, keine Dusche, kein Klo – und fast kein Geld mehr. Ich hatte mich nach allen Regeln der Kunst betrügen lassen.

Ich hatte keine Wahl. Ich würde es allen zeigen. Allen! Insbesondere mir.


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