Applauski & Meier | 22. Kapitel

Geschichte


Werdende Mütter brauchen Bewegung und so gingen Herr Meier und ich mit Girte und Maxine spazieren. 

Wir Simse sind manchmal seltsam; zusammen spazieren gehen beispielswiese klappt überhaupt nicht. Wir waren zwar zusammen losgegangen, aber nach nicht mal zehn Minuten kamen wir uns entgegen.

Die frische Luft hatte gut getan und Girte schrieb an ihren Kurzgeschichten weiter.

Ich schnitzte mal wieder eine Pferdestatue.

Es war eine wunderbar friedliche Stimmung.

Ich hatte inzwischen so viele Pferde-, Drachen-, Elefanten- und Hasenskulpturen geschnitzt, dass mir mehr Motive einfielen. 

Ich nahm eine große Bärenskulptur in Angriff. Das war mal ein ordentlich großes Holzstück.

Die Statue bekam ich nicht ganz fertig, denn es gab noch Wichtiges zu besprechen. Wie sollten wir unser Kind eigentlich nennen?

Agathinchen.

Agathinchen?! Und wenn es ein Junge würde?

Es würde kein Junge; Girte hatte das im Gefühl.

Wir bekamen ein Mädchen, Agathinchen.

Wir würden sie Aggi rufen.

Und wenn es doch ein Junge würde?

Wir verlegten unser Gespräch in die Küche.

Es war kein Junge, sie spürte das.

Viel wichtiger war die Frage des Nachnamens für unser Kind.

Dazu hatte ich eine sehr gute Idee.

Wir waren ja nicht verheiratet, noch nicht. Sie hieß Sandwurm und ich Applauski; wir wollten unser Kind hinten bestimmt nicht Sandwurm-Applauski nennen.

Wir würden aus unseren beiden Namen einen machen.

Girte schloss leicht unglücklich die Augen. Dabei hatte ich ihr meine Idee doch noch gar nicht gesagt.

Sie guckte regelrecht entsetzt – was hatte ich bloß falsch gemacht?

Es lag gar nicht an mir; die Wehen hatten eingesetzt.

Ach du liebe Güte!

Maxine und Herr Meier kamen dazu. 

Schließlich war es soweit.

Wir bekamen einen Sohn.

Agathinchen fiel als Name ja aus; wir mussten uns ganz schnell etwas anderes überlegen. Zum Glück wusste ich wenigstens den Nachnamen schon.

Agamemnon Wurmski. Wir würden ihn Aggi rufen.

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2 Antworten auf „Applauski & Meier | 22. Kapitel“

  1. Wunderwunderschön diese kleine Namens-Geschichte. Und das Ende ist so rührend „… wir würden ihn Aggi rufen“. Ich hab grade ein paar Tränchen in den Augen, unglaublich wie du erzählen kannst 💕😍

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