Applauski & Meier | 13. Kapitel

Geschichte


Die im Wohnzimmer verbrachte Nacht war kurz; schon gegen sechs war ich wieder auf den Beinen.

Herrlich! Ich konnte durch den neuen Gang ins Bad gehen und musste nicht raus in die Eiseskälte.

Es gab wieder kalte Makkaroni und Käse zum Frühstück; die Reste wurden irgendwie nicht weniger.

Ich erklärte Herrn Meier den Tagesablauf. Ja, wir hatten schrecklich viel zu tun; heute wollte ich fünf Sachen schaffen: Erstens das Schlafzimmer fertig renovieren, zweitens es wieder einräumen, drittens den neuen Gang renovieren, viertens die Küchenzeile irgendwie umgestalten, weil ich mehr Platz im Wohnzimmer brauchte, und fünftens… Der fünfte Punkt war bisher nur ein Wunsch.

Ich legte los. Fürs Schlafzimmer hatte ich eine wunderschöne Tapete ausgesucht, passend zur Bettwäsche. Bei der Farbe der Vorhänge war ich mir allerdings nicht sicher gewesen…

…weshalb ich einfach verschiedene Farben ausgesucht hatte. 

Neue Möbel hatte ich nicht gekauft; ich fand die alte Einrichtung noch wunderbar in Ordnung und mochte sie gerne.

Allerdings stand meine Kommode noch draußen. Dafür hatte ich eine neue Stehlampe gekauft und vor allem einen großen Heizkörper; Girte sollte es überall schön warm haben. Und ich hatte meinen alten Teddy ausgepackt.  

Den Gang strich ich mit Lehmfarbe und legte Kacheln auf den Boden. Drei Punkte auf meiner Liste waren erledigt.

Was sollte ich nur mit meiner Küche machen? Klar, alles gründlich säubern und aufhübschen, aber wohin damit? Ich brauchte Platz im Wohnzimmer, für eine ganz besondere Überraschung für Girte.

Der neue Gang! Der war ideal für eine Küchenzeile. Noch die neue (gebrauchte) Mikrowelle aufstellen, Gardinen aufhängen und ein Stück Teppich auf den Boden. 

Sogar meine Kommode fand hier ein neues Plätzchen. Herr Meier und ich waren hochzufrieden.

Es schneite immer hoch heftig, aber nachdem wir Punkt vier auf meiner Liste erledigt hatten, machten wir uns trotzdem auf zu einem Spaziergang.

Wir waren noch nicht lange draußen, da lichteten sich die Wolken. Wir gingen am gefrorenen Fluss entlang; es war herrlich.

Schneeflocken fangen war gar nicht so einfach.

Wieder Zuhause ging ich den fünften Punkt auf meiner Liste an. Wollte Girte heute Abend mit mir essen gehen? Es gab ein schönes Restaurant hoch über der Stadt, da wollte ich mit ihr hingehen.

Der arme Herr Meier! Er musste schon wieder alleine bleiben. Ich versprach ihm, dass das bald vorbei sein würde.

Ich zog los.

Wir hatten uns auf dem großen Platz vor dem Restaurant verabredet. Girte erwartete mich schon.

Da oben wollten wir hin.

Einen Tisch für zwei, bitte.

Wir bekamen einen schönen Tisch in einer ruhigen Ecke.

Girte bestellte für uns. Zweimal Pfannekuchen, eine Zitronenlimo und eine Creme-Cola, bitte.

In dem Restaurant konnte man Karaoke singen, damit hatte ich ja Erfahrung. Ich überredete Girte, uns die Wartezeit auf das Essen mit ein bisschen Musik zu vertreiben.

Als wir fertig gesungen hatten (mit ihr zusammen klang es doppelt so schön), war unser Essen schon da. 

Passte bei mir auch noch ein Nachtisch rein?

Nun warteten wir auf unser Eis. Sie schaute mich an, dass mir ganz wackelig wurde.

Wir kamen uns immer näher.

Musste der Kellner ausgerechnet jetzt kommen?

Es war schon sehr spät, als wir das Restaurant verließen.

Ich suchte eine ruhige Ecke. Durfte ich ihr diese Rose schenken?

Und mein Herz gleich noch dazu?

Ich durfte.

Mit einem mit Pfannekuchen, Eis und Zitronenlimo gefüllten Bauch sein Herz zu verschenken…

…ist das schönste, was es gibt.

Nächstes Kapitel


Neue Grundstücke

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.