Applauski & Meier | 11. Kapitel

Geschichte


Herr Meier und ich verbrachten die Nacht im Wohnzimmer am Kamin.

Gegen morgen zog er vor das Sofa um, was mich aufweckte.

Vorsichtig schaute ich ins Schlafzimmer. Girte war weg. Sie musste gegangen sein, ohne das ich es gemerkt hatte. Ob sie sich nicht wohl gefühlt hatte?

Ich ging ins Zimmer. Zum ersten Mal fiel mir auf, dass es vielleicht nicht jedermanns Geschmack war.

Die Tapete sah fleckig aus und Putz und Holz waren abgegangen.

Im Wohnzimmer fiel mir zum ersten Mal ein Spinnennetz auf, das unter der Decke hing.

Auch hier waren die Wände löchrig und fleckig. Die Zeitungstapete hinter der Küchenzeile sah aber 1a aus.

Farblich passten die Flecke wunderbar.

Ein schöner Blumenstrauß allein reichte wohl nicht, um ein Haus für eine so feinsinnige Simsine wie Girte ansprechend zu machen.

Ich wollte ins Bad, um Herrn Meier zu baden. Ach je, der Weg ins Badhäuschen! Im Schnee wahrlich auch kein echtes Vergnügen. 

So ganz perfekt in Schuss war es hier auch nicht.

Ich überlegte und überlegte. Dann nahm ich mir einen Teller Reste aus dem Kühlschrank und ging zu Herrn Meier nach draußen. Wir mussten, sagte ich ihm, unbedingt etwas unternehmen.

Er sah nicht so aus, als ob er mich verstanden hätte.

Ich ging zu meiner Schlafzimmerkommode. Irgendwo musste mein altes Sparschwein sein.

Ich würde es schlachten und mit dem Geld mein Häuschen herausputzen. Ich wollte, dass Girte sich hier wohl fühlen konnte.

Ich sagte Herrn Meier, dass er schön aufpassen solle…

…weil ich dringend in die Stadt musste.

Genauer gesagt musste ich in die Bibliothek. Hier gab es Computer und Heimwerkerbücher.

Ich suchte im Computer nach Erklärvideos…

…und las in allen einschlägigen Umbauratgebern.

Dann ging ich wieder an den Computer und bestellte eine Menge Dinge. Mein Sparschweingeld gab ich fast ganz aus.

Zufrieden verließ ich die Bibliothek. 

Ich wollte mir noch was an einem der Essenstände holen. Einmal etwas Leckeres ohne Stäbchen, bitte.

Wunderbar, diese komischen Würstchen konnte man mit der Gabel essen.

Allerdings waren sie höllenscharf.

Ich fand in einem alten Karton noch eine schöne Schneekugel…

…und machte mich mit ihr auf den Heimweg.

Es war schon seltsam: Ich war nur einen halben Tag weg gewesen, aber Zuhause war der ganze Schnee verschwunden.

Herr Meier erwartete mich schlafend auf dem Gehweg.

Ich weckte ihn auf und wir gingen ins Haus. Ich hatte ihm viel zu erzählen.

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2 Antworten auf „Applauski & Meier | 11. Kapitel“

  1. Das ist eine sehr unerwartete Wendung in deiner Geschichte, damit hätte ich jedenfalls nicht gerechnet 😃 Der Rundgang durchs Haus zeigt aber schon dass da so ein bisschen Handlungsbedarf besteht, ich bin allerdings sehr gespannt wie das Applauski dann umsetzen wird 😁
    Girte wird es hoffentlich gefallen, ich wünsche es dein beiden sehr 💖

    Besonders hat mir heute der Blick von Herrn Meier gefallen, als er offensichtlich nicht versteht was Applauski ihm erklärt. Und das Bild wo er Essen ohne Stäbchen bestellt, da musste ich sehr grinsen 😂

    1. Jaaaa, ein bisschen plötzlich kommt das schon, da hast Du Recht. Aber irgendwie ging die Geschichte zwischen Applauski und Girte auch viel schneller, als ich es gedacht hatte; Girte ist viel früher als erwartet aufgetaucht (ich hatte sie im Townie-Pool und darauf gesetzt, dass die beiden sich irgendwann zufällig begegnen würden, aber dass sie am St. Gruselein-Tag direkt an seinem Haus vorbei laufen würde, damit hatte ich nicht gerechnet) und die beiden sind einfach so goldig zusammen 😍 Und Girte ist, wie Applauski ja sehr richtig festgestellt hat, etwas ganz Besonderes, und da muss er sich einfach ein bisschen ins Zeug legen 🤗

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