⭐ 9. Dezember

⭐ Wohnhaus mit Bewohnern von Betty

Wir hatten so ein schönes Wohnzimmer, in dessen Kamin immer ein anheimelndes Feuerchen brannte, aber man traf uns fast nie dort an. Meine Hannelore und ich hatten, wie man so schön sagt, Hummeln in der Hose und waren immer schwer beschäftigt. Morgens legten wir zusammen alles fest, was wichtig war. Ein bisschen hatte ich dabei noch den Ton drauf, den ich mir in all den Jahren auf der Arbeit angewöhnt hatte, aber Hannelore nahm mir das nicht übel. Ich war erst seit kurzem im Ruhestand und musste mich noch umgewöhnen.


Meistens gingen wir raus.


Wir hatten einen kleinen, sehr gut sortierten und schön angelegten Nutzgarten, den wir mit viel Liebe pflegten. Manchmal standen wir uns im Weg, aber das störte uns nicht weiter.


Gab es im Garten nichts zu tun, ging ich angeln. Ich liebte Angeln. Meine Hannelore war immer in meiner Nähe und betrachtete wild wachsende Pflanzen. Ob das etwas für unseren Garten sein könnte?


Sie war auch eine begeisterte Sammlerin und sammelte einfach alles, selbst wenn sie es aus dem Gestein klopfen musste.


Sogar in alten, hohlen und meistens sehr feuchten Baumstämmen suchte sie.


Manchmal flogen mir die Fische einfach so zu.


Hannelore war eine echte Genießerin, weshalb bei ihr nur unser selbst gezogenes Obst und Gemüse auf den Tisch kam.


Ich aß alles gerne, aber natürlich schmeckten unsere selbst angebauten Dinge besonders gut.


Hannelore war sehr ordentlich und räumte immer sofort alles wieder auf.


Ich ging derweil die Vögel füttern.


Auch meine Fische in ihren runden Aquarien bekamen ihr Futter.


Manchmal setzten wir uns, wenn unser Tagesprogramm geschafft war, zu einer Partie Schach ins Wohnzimmer.


Am liebsten saßen wir aber auf der Bank vor unserem Haus. Ich war kein Romantiker, aber ich kannte meine Hannelore und wusste, dass sie gerne liebevoll in den Arm genommen wurde.


Würdet Ihr für diesen Blick nicht auch alles tun?




Download Horst und Hannelore Henniges
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