⭐ 23. Dezember

⭐ Wohnhaus mit Bewohnern von cstephenie

Seit einiger Zeit waren meine liebe Frau Rosina und ich im Ruhestand. Wir hatten uns sehr darauf gefreut, endlich mehr Zeit füreinander zu haben. Für gemütliche Stunden am Kamin zum Beispiel. Wir waren vielleicht nicht topmodern und unsere Ansichten waren noch sehr von konservativen Werten geprägt, aber wir waren trotz unseres Alters noch verliebt. Wenn das altmodisch sein sollte, dann waren wir es aus Überzeugung.


Wir hatten ein wunderschönes und gediegen eingerichtetes Zuhause, in dem wir uns sehr wohl fühlten.


Meine liebe Frau Rosina war eine ausgezeichnete Köchin; ich konnte immerhin Kaffee machen. Für einen Sim meiner Generation ist das schon etwas Besonderes.


Wir freuten uns darauf, all die Köstlichkeiten, die meine liebe Frau zaubern würde, in Ruhe und Frieden zu genießen.


Tja, alles graue Theorie. Statt zu zweit saßen wir zu viert am Esstisch. Jeden Tag. Morgens, mittags und abends. Unsere beiden Kinder waren wieder eingezogen.


Wir liebten sie natürlich, aber so hatten wir uns das nicht vorgestellt.


Unsere Tochter Feodora war eine erfolgreiche Karrierefrau; ihre Kolleginnen hatten meiner lieben Frau Rosina anvertraut, dass ihre Tochter eine zu allem entschlossene karrieresüchtige Oberzicke wäre. Zuhause machte sie auf Papas Liebling und zog solange einen Flunsch, bis sie mich (wie immer) rum gekriegt hatte.


Unser Sohn Arne war den ganzen Tag zuhause und schilderte seiner Mutter in wilden Worten, was passieren würde, wenn er jemals arbeiten gehen müsste.


Die beiden waren sich in nichts einig, nur darin, dass es Zuhause am praktischsten schönsten war. Da unser altes Häuschen ihnen aber zu klein war…


…durften wir ihnen einen modernen Anbau in unserem ehemaligen Gemüsegarten errichten. Feodora bemerkte spitz, dass die Wahl zwischen Gemüsegarten und glücklichen Kindern ja wohl nicht schwer sein könnte.


Arne schaffte es binnen weniger Monate, seine Räume vollkommen verwahrlosen zu lassen; er hielt nichts von Ordnung und Sauberkeit. Er saß den lieben langen Tag und oft die halbe Nacht an seinem Computer und hackte, wobei meine liebe Frau Rosina und ich nicht wussten, was das sein sollte. Wenn meine liebe Frau in der Küche etwas hackte, brauchte sie dazu ein Messer, keinen Computer.


Wenn Arne nicht hackte, schaute er Filme im Fernsehen, in denen es immer laut und wenig kultiviert zuging.


Feodoras Räume waren adrett und sehr rosa. Die Farbe würde sie beruhigen, sagte sie immer. Feodora schaute auch gerne fern, aber sie sah Serien, in denen es immer um erfolgreiche Simsinen mit erfolgreichen Männern ging.


Stunden konnte sie auch mit der gleichmäßigen Verteilung von Farbe auf Lidern, Wangen und Lippen verbringen. Ich war so froh, dass meine liebe Frau Rosina davon genauso wenig hielt wie ich.


Gelegentlich versuchte Feodora, ihren Bruder zu etwas mehr Ordnung zu überreden, aber das endete immer in Streit.


Auch wenn wir es nicht so ganz geschafft hatten, unseren Kindern unsere Vorstellung vom Leben zu vermitteln, waren meine liebe Frau Rosina und ich trotzdem glücklich, vor allem miteinander. Insgeheim fanden wir es aber auch sehr schön, die Kinder wieder im Haus zu haben.




Download Familie Schmittlein
Download Haus Alt und Jung

nach oben